Aber auch für mich hier mit der KYORY vor Tahiti liegend, geht das Leben mit immer etwas Auf und Ab in eine sicher weiterhin spannende Zukunft!
"So gönnte ich mir kürzlich nach dem Lunch noch eine kurze Pause im mit warmer Meeresluft
gefüllten KYORY-Cockpit und meine Augen schweiften über die See, zur gegenüber liegenden, von einigen weissen Wolken umhüllten Insel Moorea. Und wie immer geniesse ich diese hier meistens
vorherrschende Stille und bewege meinen Kopf über das tiefblaue, sich unter dem glitzernden Sonnenlicht leicht kräuselnde Meer mit dem dazwischen liegenden türkisblauen Riff! Es ist für mich immer
wieder unglaublich schön, diese mich einfach beruhigenden Momente auf mich einwirken zu lassen!"
Dabei geht mir aus meinen längst vergangenen Jugendjahren eine alte von meinen Eltern auf unserem kleinen Bauernhof gehörte "Wetter-Bauernregel" durch den Kopf, die den etwa 30km von uns
entfernten und 2'128m hohen "Pilatus" bei Luzern betrifft und wie folgt lautet: "Hat der Pilatus einen Hut, so bleibt das Wetter weiterhin gut! Hat der Pilatus aber unter dem Gipfel
einen Degen, so wird es bald mal regnen!"
Nur heisst der hier mit seinen 1’207m über Meer auf der nahen Insel Moorea in die Höhe ragende Berg nicht Pilatus sondern "Tohivea"! Und wirklich, mehrheitlich kann ich diese
"Bauernregel" aufgrund der Wolkenbewegungen rund um den "Tohivea" auch auf die jeweilige Wettersituationen in meiner unmittelbaren Umgebung übertragen!
Und mit dem "Mt. Pilatus" schliesst sich nun begleitend wiedermal
der Kreis zu meinen Freunden in der Innerschweiz, wobei es für mich immer wieder eine grosse Freude ist, zusammen mit ihnen in alten Erinnerungen zu schwelgen! Denn da schlägt mein Herz wieder
schnellere Töne an, wenn mich - stellvertretend für weitere ähnliche bei mir öfters eingehende News - Ute&Co. mit ihren vielen übermittelten Fotis und Videos voll in die "eifach rüüdig
verrockti" Lozärner Fasnacht entführt, die leider seit letzter Woche bereits wieder "Geschichte" ist! Am eindrücklichsten sind für mich dabei die vielen verschieden kreativen Gruppen-Sujets und
die so herrlich schräg tönenden "Guggemusigen" in ihren farbenprächtigen Kostümen mit den künstlerisch hochstehenden "Grende"! - Dabei musste ich beim gucken eines der Videos
speziell schmunzeln, da die die TV/Film-Kamera genau gegenüber vom Hotel Schweizerhof mit seinem verglasten Café platziert war, und ich mich an meine vielen in diesem Café genüsslich verschlungenen
"Creme-Schnitte" erinnerte, diese gefüllt mit feiner Vanillecreme und der süsslichen Glasur obendrauf! - "Eifach nor: Mhhh!"
Aber auch die bei mir von Paul eingegangenen Fotis aus dem unvergleichlich schönen Alpenland Schweiz von der "Alp Gädeli/Stockhütte ob Emmette"! Wobei er anlässlich eines Skirennens für
den Nachwuchs des "Skiclub-Emmetten" noch eine schöne Aufgabe als Grilleur hatte und dabei seine Kunden während sieben Einsatztagen mit über 1000 Bratwürste verwöhnen konnte. Und so
einen schönen Batzen für die Nachwuchsförderung der jungen "SkiCracks" reinholen konnte! - Eifach Suppy lieber Paul!
Und ja, gerne halte ich an dieser Stelle noch fest, dass ich auf der KYORY schon auch das einte oder andere herzerfreuende YouTube-Video über die wirklich unvergleichlich vielfältige
Schweizer Natur reinziehe! - Vielen herzlichen Dank ihr lieben FreundeInnen vom "alten" auch «rüüdig verrockten» Innerschwiizer Jassclub "G’stoche-Bock!"
Ebenso so Erlebnisreich geht auch für mich, hier noch ne Weile auf der vor Tahiti liegenden KYORY, das Leben mit weiterhin den
einen oder anderen Überraschungen in eine sicher spannende Zukunf hinein!
Und so geniesse ich hier auf der anderen Seite unserer Erde in Französisch Polynesien, neben meinen Rep- und anderweitigen Arbeiten auf der
KYORY, weiterhin wohltuende Begegnungen mit anderen Skippern auf benachbarten Yachten und die Ausflüge in die nahe Marina Taina sowie nach Papeete rein, um jeweils notwendige Einkäufe
und Amtsbesuche zu tätigen. Oder ich pflege übers Handy/WhatsApp einen regen und herzhaft geführten Austausch mit meinen deutschsprachigen Seglerfreunden hier in Polynesien oder anderswo sowie
natürlich auch mit meinen FreundenInnen aus der e betz entfernteren Schweiz! Auch begleite ich hie und da aktiv oder passiv Langfahrtenfreunde auf ihren langen Etappen gegen Westen direkt über
die SSB-Funkanlage oder mittels Mail-messages!
Auf diese Weise fühle ich mich hier in keiner Weise isoliert und kann jederzeit entsprechende Kontakte knüpfen! Und im Mikrokosmos meiner KYORY bin ich eh immer proaktiv und erschaffe mir
so mein eigenes soziales Umfeld! Wobei natürlich auch für mich das späte Seniorenleben eine stete Herausforderung ist, aber eben auch eine grosse Befriedigung, denn ich tue das alles für mich
selbst! So ist es für mich was wirklich Kostbares, das Leben ausleben zu können, in dem ich mich befinde und vor einigen Jahren für mich ausgewählt habe! Und dies erst noch ohne irgendwelche mich
bedrückende "Angstgefühle" - die nun vielleicht noch in meiner ruhig angegangenen Lebensabschlussphase, störend auf mich einwirken könnten!
So hat sich das Alleinsein im Laufe der Jahre zu einer wirklich friedlichen und bereichernden Erfahrung für mich entwickelt. Ich kann tun und lassen, was ich will, ohne Verpflichtungen gegenüber
anderen. Ein wichtiger Punkt dabei ist natürlich schon auch, mir bewusst zu machen, dass ich wirklich mein eigenes Sicherheitsnetz bin! Schließlich gibt es niemanden um mich herum, der merkt,
dass etwas nicht in Ordnung ist! Nun, mit einigen begleitenden "Vorsichtsmaßnahmen" gehe ich meinen eingeschlagenen Weg beruhigt und mit entsprechender Zuversicht in die weitere Zukunft
hinein! Ansonsten ist übrigens mein Tagesablauf anhand einer ständig aktualisierten „to-do-list" ziemlich gut strukturiert - wobei dies natürlich auch stets eine gewisse Flexibilität
beinhaltet!
Ausserdem habe ich mich verständlicherweise längst daran gewöhnt, dass ich einfach so "nebenbei" auch noch meinen zeitintensiven KYORY-Haushalt zu führen habe und dies auch ohne
grössere Probleme bewältigen kann! Und nach anstrengenden Arbeitssequenzen ist jeweils die Stille, die mich die meiste Zeit auf dem Boot begleitet, schon ein gewichtiges Geschenk für mich! So ist
die KYORY über all die Jahre zu dem Ort geworden, an dem ich über vieles was mich bewegt nachdenken und meine eigenen Batterien neu aufladen kann! Aber hie und da unterbreche ich diese
Ruhe schon auch mit Musik verschiedenster Stilrichtungen wie durchs anschauen aktueller YouTube-Videos oder ich informiere mich über Google zu dem was weltweit gerade so läuft! Dies vor allem
auch über Schweizer SportlerInnen, die sich vielfach recht erfolgreich - nicht nur im Ski-Weltcup oder in der Leichtathletik - gegen ihre MitkonkurrentInnen durchsetzen können! Auch lese ich
immer wieder gerne eine Krimigeschichte im Kindl wogegen ich übrigens nur noch selten mal einen Hollywood-Film reinziehe!
Von meinen Ausflügen nach Papeete mit kurzen Wanderungen oder meinen sportlichen Aktivitäten die zu meinem vermehrten Wohlbefinden beitragen habe ich ja schon genügend erzählt! Wobei es natürlich
für mich als Oldy, wenn ich manchmal ein paar Tage fest auf der KYORY verbringe, schon eine Frage des gesunden Lebens ist, dass ich mein tägliches und anspruchsvolles Fitness-Programm
auch voll durchziehe - auch wenn es mich infolge Müdigkeit manchmal schon angurken kann! - Und so wirkt sich all das Vorgangs gesagte nicht nur positiv auf meine Gesundheit aus, sondern
beeinflusst auch tagtäglich meine Stimmung und meinen Geist!
Dabei überschritt ich doch auf meiner Langfahrt mit den langen Ozean-Passagen auch Grenzen, die ich bis noch vor wenigen Jahren mit
meiner mich stets unterstützenden KYORY durchlebte - und da waren schon die einten oder anderen taffen Herausforderungen mit dabei! In solchen Situationen konnte vorerst nur ich selbst
die sich daraus ergebenden Probleme ausloten um dann zu entscheiden, ob und wie ich solche Grenzerfahrungen angehe und dann vielfach auch erfolgreich überwinden konnte!
Begleitend bin ich im Nachhinein schon zur Überzeugung gekommen, dass wir Menschen im Grunde genommen wohl nur ein Leben zur Verfügung haben - ich aber Gefühlsmässig bereits deren zwei hinter mir
habe!? Ich hatte einfach den steten Drang in mir, meine so erträumten Abenteuer auch wirklich durchzuziehen und immer das Beste daraus zu machen, damit ich sie auch mit all meinen Sinnen voll
erleben konnte! Und so entdeckte ich über all die Jahre immer wieder neue Orte mit Menschen die mich auf meinem Weg bereichern konnten, und so schenkte und schenke ich mir mit dieser Lebensweise
auch weiterhin viele neue und unvergesslichen Erlebnisse und Erfahrungen!