Teil 2: Und nun entführe ich euch noch in wirklich längst vergangene Zeiten bei der Enstehungsgeschichte der "Schweizer Eidgenossenschaft"!

Demzufolge halte ich nun diesen langen und wirklich spannenden Weg, bei der Entstehung der schweizerischen Eidgenossenschaft mit einigen der dabei wichtigsten Daten - wie auch mit vereinzelt kurzen Umschreibungen - der damaligen Geschehnisse chronologisch fest! Und dazu nehme ich euch mit auf eine Reise in wirklich mehr als nur längst vergangene Zeiten! - Also macht es euch bequem und ich lege gleich los!

58 v.Chr.: Die "Helvetier", ein Kelten-Stamm, der in der heutigen Schweiz angesiedelt war, werden bei Bibracte im Burgund von römischen Truppen unter Julius Caesar vernichtend geschlagen, als sie versuchten, in den Südwesten, des damaligen Gallien (Frankreich) zu übersiedeln.
15 v.Chr.: Legionen des römischen Kaisers Augustus erobern die alpinen Gebiete der Rhätier in der östlichen Region der heutigen Schweiz. In den kommenden Jahren erobern die Römer nach und nach das ganze Territorium der heutigen Schweiz.
Nun mache ich einen grossen Sprung in der Zeitrechnung und wir befinden uns bereits in der Zeit n.Chr. mit der in den Geburtswehen liegenden "Schweizer Eidgenossenschaft":
1291: Und dieses jedem Schweizer und Schweizerin bekannte Jahr gilt als Gründungsjahr der "Schweizer Eidgenossenschaft": Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden trafen sich heimlich auf der "Rütliwiese" - einer über dem Vierwaldstättersee abgelegenen Bergwiese oberhalb Seelisberg im Kanton Uri - um den Schwur zu leisten, nun jederzeit ihre Freiheit mit vereinten Kräften zu verteidigen! Dieser sogenannte "Rütlischwur", der im "Bundesbrief vom August 1291" festgehalten wurde, dient als Ausgangspunkt für die Entstehung der "Schweizerischen Eidgenossenschaft"! Und da vor Jahrhunderten eine starke Zentralregierung in der "Schweizerischen Eidgenossenschaft" noch fehlte, war dann aber genügend Raum da, für tiefgreifende politische Innovationen und Experimente in den verschiedenen kleinen Gemeinschaften.
Und mit einem nochmaligen grösseren Hüpfer in der Zeitrechnung erreichen wir das Jahr
1648: Mit dem Westfälischen Frieden, der den Dreissigjährige Krieg beendet, anerkennen nun die europäischen Mächte, die mit einem Vertragswerk ausgehandelte staatliche Unabhängigkeit der "Schweizer Eidgenossenschaft" an.
1798: Grosse Teile des Territoriums der heutigen Schweiz werden von französischen Truppen besetzt, und unter dem Druck Frankreichs wird nach französischem Vorbild die zentralistisch strukturierte "Helvetische Republik" eingerichtet. Nachdem diese bald wieder von inneren Kämpfen zerrissen wird, kommen erneut französische Truppen in die Schweiz.
1803: Da die zentralistische "Helvetische Republik" nicht funktioniert hat, wird auf Druck Napoleons in Paris eine Mediationsakte unterzeichnet: Die "Helvetische Republik" wird wieder als "Schweizerische Eidgenossenschaft" ein Staatenbund von damals 19 Kantonen.
1815: Am Wiener Kongress von 1815 garantieren dann die europäischen Mächte der Schweiz eine "immerwährende Neutralität". Gleichzeitig treten Wallis, Genf und Neuenburg der "Schweizer Eidgenossenschaft" bei, womit die Grenzen der heutigen Schweiz grundsätzlich gezogen sind.
1848: Die Beendigung des Sonderbundkrieges führt schliesslich dazu, dass der bisher lockere Schweizer Staatenbund mit einer neuen Bundesverfassung zu einem modernen Bundesstaat mit einem Bundesparlament aus zwei Kammern wird. Eine zentrale Regierung übernimmt in Bereichen wie der Aussen- und Finanzpolitik Aufgaben von den Kantonen. Die Verfassung hatte aber ein wichtiges Ziel, die unterschiedlichen Interessen der Kantone mit den Gesamtinteressen des Bundesstaates zu verbinden.
1914 und 1939: Die Schweiz bleibt im Ersten sowie zweiten Weltkrieg neutral.
1978: Das Schweizer Stimmvolk heisst die Gründung des neuen französischsprachigen Kantons Jura, losgelöst aus dem deutschsprachigen Kanton Bern, in einer Volksabstimmung gut und somit umfasst nun die Schweiz 26 gleichberechtigte Kantone.
1999: Die Verfassung wurde ein letztes Mal mit einigen geringfügigen Änderungen ergänzt! Dank dieser erfolgreich angepassten Verfassung wurde die "Referendums-Demokratie" mit der allen Kantonen gewährten Autonomie zu den neuen und wichtigen Säulen, der weltweit einzigartigen "direkten Schweizer Demokratie"!

Aber wie funktioniert den das Schweizer Modell mit der direkten Demokratie überhaupt, und welche Auswirkungen ergaben sich nun durch all die vergangenen Jahre bei den einen oder anderen Nebenschauplätzen dieses einzigartigen politische Systems für die Schweiz und deren Bürger? Und wie kann dieses System mit den Regierungsformen in anderen Ländern verglichen werden?

So werde ich nun also zum Abschluss dieser Zeitreise versuchen, anhand des schweizerischen politischen Systems der direkten Demokratie aufzuzeigen, dass mit dieser wohl überlegten Lösung auf die Schweizer Bürger ein wirklich erfolgreicheres Demokratieverständnis einwirkt und damit vor allem bei den Bürgern auch ein zusätzliches und tiefergehendes Interesse an der Politik ausgelöst hat!

Denn ich bin überzeugt, dass zum Beispiel der politische "Glaubenskrieg“, der alle vier Jahre unter den über 342 Millionen US-Bürgern wiederkehrend vorherrscht, vor allem auf ihr, für mich einfach nicht nachvollziehbares "Zweiparteiensystem" zurückzuführen ist. Wobei ich hier ergänzend schon noch anfügen sollte, dass einzig und allein nur die etwa "300* der reichsten US-Familien die von ihnen gewünschten Politkandidaten auswählen wie auch finanziell unterstützen! Aber, ihr habt richtig erraten, diese Auserwählten sitzen dann natürlich in den beiden Regierungskammern von Washington D.C. und bestimmen so über die restlichen 342 Millionen Amerikaner wie es nun für die anstehenden vier Jahre zu "Laufen" hat!? Dazu noch ein paar weitere verrückte Zahlen, denn von den weltweit gegen "3'000 USD-Milliardären" leben gar deren 813 in den USA, 132 in Deutschland, 9 in Österreich und die kleine Schweiz steuert in dieser Statistik mit ihrer zugewanderten USD-Klientel auch noch deren 35 USD-Milliardäre bei!
Aber bei dieser wirklich mal überdenkenswerten "Regierungsform à la USA" passiert doch immer wieder folgendes: Die Politiker mit der Mehrheit im Kongress und in vielen Fällen auch im Senat, wie z.B. derzeit die Republikaner, stimmen den Parteibossen folgend auch mal fragwürdigen Gesetzesänderungen oder von ihnen ausgearbeiteten neuen Gesetzen zu! Dies im Wissen, dass nach vier Jahren, bei einem möglichen Wahlsieg der Demokraten, alles wieder in Frage und auf den Kopf gestellt werden kann - und meistens auch wird!