Nun zu drei hier vor Tahiti vorgefallenen und wirklich nicht alltäglichen "Action-Events", die mich in den ersten März-Wochen von 2025 zum Staunen aber auch zum
Schmunzeln anregten! - Wobei auch ich, vor allem bei einer Geschichte nicht nur mitbeteiligt, sondern auch der Verursacher war!?
1.: So überraschte uns hier direkt vor unserer Nase, zwischen Punaauia/Tahiti und Moore, am 5. März gegen 13:00 eine gewaltige und wirklich eindrückliche "Wasserhose" (Trombe Marine), wie man
sie auch hier nur selten zu sehen bekommt!
Nun das für mich dabei wichtigste vorneweg, ich verpasste leider dieses beeindruckende Schauspiel, wie die meisten meiner Seglerfreunde auch, da ich zu dieser Stunde in der KYORY-Bilge,
bei mich begleitender Oldy-Musik, beschäftigt war! Aber ich staunte am späteren Nachmittag nicht schlecht, als mich überraschend meine Tochter Sandra von der Schweiz aus per WhatsApp über dieses
Naturphänomen dokumentierte!
Dies ist wieder so ein verrücktes Internet-Beispiel, das mich schon zum Schmunzeln anregt, denn während ich hier am Werkeln bin, verbreitete nur einige hundert Meter
von meiner Nase entfernt eine "Wasserhose" einigen Schrecken, wobei ich übrigens bis anhin noch nie ein solches Naturschauspiel direkt miterleben konnte! Und drei Stunden später, ich
hatte auch zwischenzeitlich noch nichts von diesem Schauspiel mitbekommen, übermittelt mir Sandra aus der 1'700 km entfernten Schweiz entspreche Fotis und Videos!? Einfach unglaublich, vor allem
wenn ich mich einige Jahrzehnte zurückerinnere, wie nun wir Menschen diese immer noch weltweit bestehenden Distanzen heute über "Internet/Social media" einfach so aushebeln
können!
Nach etwas zusätzlichen Recherchen stellte ich dann abends fest, dass durch diese "Wasserhose" keine Schäden entstanden sind und es auch hier für die
Einheimischen nichts Ungewöhnliches ist, wenn sich wieder mal vor einer ihrer Inseln, wie letztmals im 2021 auch hier vor Punaauia geschehen, für einige Minuten eine "Wasserhose" bildet und so
begleitend schon für etwas Nervosität sorgen kann! - Nun, ich weiss, dass sich eine solche "Wasserhose" beim Erreichen von Land umgehend auflösen würde, aber was wäre wohl passiert, wenn
sie hier auf offener See mit ihren staubsaugerähnlichen Möglichkeiten und ihrem pfeifenden Getöse über unsere «parkierten» Segelboote hinweggezogen wäre!?
2.: So leite ich hinüber zu einem zwei Tage später von mir erfolgtem Ausflug nach Papeete, wobei ich stets bei solchen Landgängen jeweils vorher mit meinem Dingi den zwischen der KYORY, die
gegenüber dem International Airport von Faa’a an einer Mooring-Boje vertäut ist, und der Marina Taina liegenden Schifffahrtskanal nach Punaauia hinunterfahren muss! Und von dort aus kann ich dann
jeweils den Bus nach Papeete hinein besteigen!
Aber dieser Ausflug vom 7. März lief nicht wie die ungezählten davor ab, denn es wurde ein für mich sehr «nasses» Erlebnis, das ich euch nicht vorenthalten möchte! Eigentlich verlief wie
stets bei solchen Ausflügen alles automatisch nach meiner Checkliste ab, also waren mein wasserdichter Rucksack bepackt mit Handy und meinen Unterlagen für die Papeete-Termine wie auch zwei
Abfallsäcke bereits im Dingi platziert und kurz vorher informierte ich mich auch über die heutige Wettersituation, die eigentlich keine Überraschungen vorhersagte!
Und bevor ich mich an diesem sonnigen Freitag so um 07:00 mit dem Dingi auf den gut zwei Seemeilen (entspricht etwa 4 km) langen Weg zur Marina Taina hinunter
aufmachte, knipste ich noch aus einigen Metern Entfernung vom Dingi aus ein paar Fotos von der ruhig in der See liegenden KYORY! Dann legte ich die Kamera auf den am Boden liegenden
Rucksack, um dann vielleicht noch ein paar weitere Fotis auf der Fahrt zur Marina zu machen! Alsbald düste ich bei ruhigem Seegang gegen Süden und war überrascht, dass sich auf einmal dunkle
tiefhängende Wolken, die "meistens" auch Regen mitbringen, über Punaauia verteilten! Da ich schon etwa ein Drittel der Wegstrecke hinter mir hatte entschied ich mich, nicht auf die
KYORY zurückzukehren und somit diesen Papeete-Besuch auf Montag zu verschieben, sondern eben weiter in Richtung Marina Taina zu fahren! - Das Wetter "wird wohl" nicht allzu
stürmisch werden!
Aber zweitens anders als man denkt, denn in Minutenschnelle erreichten mich die ersten Regentropfen - blitzschnell holte ich noch den Regenschirm aus dem Rucksack,
der natürlich auch keine Reserve-Kleider enthielt - und nur Sekunden später entleerten die Wolken, bei nun auch noch deftigem Gegenwind, alles was sie vorher aus der See aufgesogen hatten -
direkt über mir und es herrschte vielfach null Sicht! Und dies, während hier wie meistens in solchen Situationen, nur ein paar Hundert Meter rund um mich herum bei herrlich blauem Himmel die
Sonne schien! - Ach du "verflixte Scheisse", längstens war ich natürlich bis auf die Haut "Pflotsch nass", wobei der schützend vor mich her gehaltene Knirps durch den starken
Wind sich bereits in seine Einzelteile aufgelöst hatte und auch mein Käppi längst weggeblasen wurde - und auch der "Wasserstand" auf dem Dingi-Boden nahm kontinuierlich zu!
Okay, nach einer weiteren halben Stunde, aufkreuzend gegen Wind und Wellen kämpfend, erreichte ich die Dingi-Anlegestelle innerhalb der ruhigen und nur noch von
vereinzelten Regentropfen betroffenen Marina Taina! Und nach dem ausschöpfen des Seewassers aus dem Dingi zurück in die See, präsentierte sich meine Bestandesaufnahme wie folgt: Die vor etwa
sechs Monaten gekaufte - diesmal "nicht wasserdichte" - Kleinbildkamera kam nach dem Wasserschöpfen wieder in mein Blickfeld und kurze Zeit später konnte ich sie nach entsprechender
Kontrolle und Putzerei gleich mit den Abfallsäcken auf dem Müll "entsorgen"! So packte ich meinen Rucksack und machte mich - es war für mich schon peinlich wegen meinen mit Wasser
vollgesogenen Kleidern und Laufschuhen - auf den kurzen Weg zur Bushaltestelle! Dann brachte mich - nach meiner Entschuldigung für meinnicht so "wasserfestes" auftreten - der
schmunzelnde, aber mich schon auch etwas kritisch beäugende Busfahrer wieder zum Lachen, denn er meinte ich müsse mir wegen den eh wasserfesten Sitzen keine Gedanken machen!
Nach meiner unter dem Hintern etwas "pflotschig quietschenden" Busfahrt bog ich natürlich gleich nach Ankunft in Papeete ab in ein mir bekanntes
chinesisches Kleidergeschäft und unter Betreuung der älteren Ladeninhaberin kleidete ich mich neu ein. Um die nassen Kleider zu versorgen brachte sie mir gleich einen Plastiksack und nur wenige
Minuten später verliess ich - mit aber immer noch "quietschenden" Schuhen - das Geschäft bereits wieder, neu ausgestattet mit per Zufall alles in Blau gehaltenen Slip, Shorts,
langärmligen Shirt und Käppi!
Mit einem wieder mal weiteren kurzen "Einschub" halte ich an dieser Stelle mal fest, wie wenig ich eigentlich in den vergangenen zwei Jahren hier in diesem
subtropischen Klima in Bekleidung und Schuhe investieren musste! Denn tagsüber trage ich ja auf dem Boot jahraus und jahrein nur eine Badehose mit einem ärmellosen Leibchen und dies natürlich
stets Barfuss! Somit umfingen meine gesamten Neuanschaffungen über diese zwei Jahre gesehen nur die folgenden Kleidungsstücke: Je 3 langärmlige Sonnenschutzshirts und kurzärmlige Shirts, 12
billige ärmellose Leibchen, die ich vor allem bei der Arbeit trage sowie 2 Badehosen und etwa 12 Slips. Und da ich nur bei Ausflügen an Land mal ein schöneres Langarm-Hemd mit Shorts und
eigentlich nie lange Hosen trage, musste ich, da sich genügend solche und andere Sachen im Bootslager befinden auch nichts dergleichen zukaufen! Und zum Schutz der Füsse kamen noch 4 Paar
Flip-Flops und 2 Paar offene und 1 Paar geschlossene Laufschuhe dazu! - Das wars dann schon und meine diesbezüglichen Ausgaben über zwei Jahre beliefen sich auf total ca. 600 USD (530
CHF)! - Also mit Wohnsitz in der Schweiz müsste ich doch locker gesehen, wenn ich noch deren vier Jahreszeiten berücksichtige, mit mindestens die 5'000 USD (4'500 CHF) rechnen!
Und hier geht’s wieder weiter mit meinem Papeete-Ausflug: Ich traf dann nach einer etwa 20 Minuten dauernden "Wanderung" leicht verspätet um 10:30 zum
ersten vereinbarten Termin, beim im NO der Stadt gelegenen Hauptsitz der "CPS-Krankenkasse" ein. Auch konnte ich anschliessend die restlichen Termine wie eingeplant durchziehen und 15:30
brachte mich der Bus wieder zurück nach Punaauia, wo ich kurz vorher noch einen Zwischenstopp zum Food-Einkauf im "Carrefour" einlegte. Mit meinen dann zwei sicher je 15kg schweren
Tragtaschen wie auch vollbepacktem Rucksack organisierte ich mir ein Taxi, das mich zurück zur Marina Taina chauffierte! Und um 18:00 düste ich bei ruhiger See mit dem Dingi wieder - ohne diesmal
"Nass" zu werden - zurück zur KYORY und zog das Dingi, wie ich dies abends stets aus Sicherheitsgründen mache, gleich rauf zu dessen Standardplatz an der Reling! Dann hängte ich
bei einbrechender Dämmerung meine nassen Kleider im Cockpit auf, um anschliessend noch meinen Carrefour-Einkauf auszupacken und zu versorgen! - Und somit ging mein doch etwas
"erlebnisreicher" Papeete-Ausflug langsam dem Ende entgegen und kurz vor 21:00 legte ich mich bereits todmüde auf die Kojen-Matratze und fand bald den wohl verdienten "tüüfi
Schlof"!
3.: Und am 14. März gegen Mittag "böpperlete" es wieder mal an die Bordwand der KYORY und ich wusste gleich, dass uns wieder mal "Honu" aufsuchte, die aber nicht an mir, sondern einzig an der
KYORY interessiert war!?
Denn im Zusammenhang mit dem stets von neuem mit Seegras sowie weiterem Zeugs befallenen Wasserpasses und Unterwasserschiff, unterstützt mich ausserhalb meiner Putzerei hie und da ein putziger
und hier streng geschützter Meeresbewohner! Es handelt sich um die liebgewonnene "Honu", eine der wenigen hier noch lebenden Wasserschilkröten, die aufgrund ihres wirklich Gesunden und
beeindruckend voluminösen Aussehens einfach beeindruckend wirkt! Denn mit einer Länge von sicher 1.5 m und einem Gewicht von gegen 200 kg ist natürlich "Honu", so werden bei den Maori
wie eben auch hier auf polynesisch die Schildkröten benannt, schon ein respektierter Meeresbewohner, dem aber von keiner Seite irgendwelche natürlichen Feinde entgegentreten! - Das einzige
Problem wo ich mir schon diesbezügliche Sorgen mache ist, weil die Schildkröten vielfach direkt oder knapp unter der Wasseroberfläche den Schifffahrtskanal rauf und runter schwimmen.
Dabei sind es vor allem Urlauber aus den nahen Hotelanlagen wie auch Einheimische die mit ihren Jetmobilen - aber leider auch einige Seglerkollegen in ihren Dingis - einfach viel zu schnell
unterwegs sind, wodurch dann eine Schildkröte zu wenig zeitlichen Spielraum erhält, um sich noch mittels abtauchen von vielleicht nur einem Meter in Sicherheit zu begeben! So halte ich mich, wie
auch die meisten meiner Seglerkollegen an die entsprechenden Vorschriften, doch auch in diesem Kanal mit unseren Dingis nicht zu rasen, dies auch unserer eigenen Sicherheit und Gesundheit zu
liebe! Denn in den vergangenen Jahren musste ich, mein Blick stets voraus über die Wasseroberfläche schweifend, schon 3x einer Schildkröte ausweichen! Dies aber auch wegen anderweitig
gefährlichen hier des Öfteren treibenden Palmästen oder gar Palmstämmen wie auch grösseren auf der Wasseroberfläche langsam dahintreibenden Holzteilen, wobei schon eine ganze Holztüre wie auch
eine geschlossene Kühlbox dabei waren! - Sicher könnt ihr euch begleitend selber ausmalen, was bei einer Unachtsamkeit mit den vollgepumpten Schwimmkammern unsere Dingis passieren
würde!?
Aber nun wieder zurück zu meinen diversen Erlebnissen mit "Honu"!
Wobei sie übrigens während meinen Unterwasser-Arbeiten nicht der alleinige Besucher des KYORY-Unterwasserschiffes ist! Denn ich werde stets durch eine
grosse Ansammlung von "putzigen" Zierfischen abgelenkt, in all ihren farbenprächtigen Erscheinungen, die jeweils zwischen meinen Händen und Armen hin und her flltzen, um jeweils was von
meiner Putzerei zum fressen zu ergattern! Ich bewundere und beobachte diese inzwischen hier fest im Exil lebenden Zierfische stets mit Freude und sie können da verbleiben so lange sie
wollen!
Natürlich ist aber hier bei der KYORY weiterhin «Honu» der Star bei ihren Besuchen und ich bin stets erfreut, wenn sie mir noch vor meinen eigenen
Putzerei-Aktionen mit dem wegfressen von etwas Seegras, meine eigenen mich schon fordernden Arbeiten vor allem am Wasserpass, unterstützend unter die Arme greift! So wollte ich "Honu"
letzthin für ihren Einsatz belohnen, dies mit einer von der Badeplattform aus vor ihrem Kopf - den übrigens eine Wasserschildkröte nicht einziehen kann - hinhaltenden Rüebli! Aber leider kam
diese von mir doch beherzte Idee bei ihr nicht gut an, denn sie hob nur ihren Kopf aus dem Wasser und "fauchte" mich an, um mir zu signalisieren, dass sie auf solche Geschenke doch gern
verzichten würde! - Okay "Honu", dann halt nicht! Dabei habe ich mich vorher noch über Google informiert und festgestellt, dass doch Wasserschildkröten gerne mal Karotten oder ähnliche
Pflanzen fressen würden!
Aber ich freue mich natürlich weiterhin auf diese zwischenzeitlich so alle zwei Wochen mal vorkommenden Besuche von "Honu" bei ihrem "Fressnapf"
KYORY! - Schmunzel, schmunzel!